Kulturregion Anhalt & Bitterfeld
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Salzstraße wird Erlebnisroute
Neubelebter alter Handelsweg zwischen Halle und Prag soll Touristen anlocken.
Mit der Salzstraße von Halle nach Prag soll einer der wichtigsten Handelswege aus dem Mittelalter als Erlebnisroute wiederbelebt werden. Dazu will sich am 17. Juli in Halle ein Verein gründen. „Wir möchten die Regionen ent-lang der Salzstraße mit allen Besonderheiten kulturell-historisch aufbereiten“, sagte der Initiator des Vorhabens, Wilfried Dathe. Der Verein will die wichtigsten der ins-gesamt zwölf Salzstraßen von Halle aus weiter erforschen und einen Weg durch Sachsen-Anhalt, Sachsen und Böhmen nach Prag als touristische Attraktion etablieren.
Nach Vereinsangaben gehören zu den mehr als 20 Gründungsmitgliedern Vereine aus Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie Vertreter aus Wissenschaft, Kunst und Kultur aus den Bundesländern und Tschechien. Die Gründungsveranstaltung und alle weiteren Vorhaben und Projekte des Vereins sollen zweisprachig in Deutsch und Tschechisch erfolgen.
„Halle war einst eine reiche Stadt mit einem regen Salzhandel. Davon haben auch andere Regionen profitiert und sind mitgewachsen“, sagte der Biologe und Unternehmer Dathe. Die Salzwirtschaft habe nicht nur die Stadtentwicklung in Halle selbst beflügelt, sondern auch entlang der Handelswege einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht. „Wir wollen die Achtung vor den Leistungen längst vergangener Zeiten bewahren“, sagte Dathe.
Die Strecke könne später mit dem Auto oder Rad abgefahren oder als Wanderroute begehbar gemacht werden, sagte Dathe. Das Vorhaben habe bereits bei Fahrradvereinen Interesse geweckt. Zudem liefen erste Gespräche mit Gastronomen und Hoteliers. „Wir wollen erforschen, ob es noch Gasthöfe und Herbergen gibt, die bereits im Mittelalter wegen des Handels auf der Strecke entstanden sind.“
Diese historischen Wurzeln der uralten Salzwirtschaft entlang des Weges wolle der Verein in die Erlebnisroute integrieren. Außerdem sollen in Zukunft auf der gesamten Strecke Schautafeln über die „Alte Salzstraße“ informieren. Teilweise gebe es derartige Hinweise schon, wie beispielsweise im Erzgebirge und in Tschechien, sagte Dathe.
Einen genauen Zeitplan für die Umsetzung des touristischen Ziels gebe es noch nicht. Der Zusammenschluss strebt außerdem eine „historisch korrekte Aufarbeitung“ der kulturhistorischen Bedeutung der „Alten Salzstraße“ an. „Es ist unser Anliegen, die bereits vorhandenen Forschungen in einzelnen Regionen der Salzstraße zusammenzutragen, neue Erkenntnisse über den Salzhandel zwischen den Deutschen und Tschechen zu gewinnen“, sagte Dathe.
Von Sandra Hänel, Leipziger Volkszeitung, 12. Juli 2010
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